Arbeitsunfall – Was sind Arbeitsunfälle?

Was ist ein Arbeitsunfall?

Jeder Arbeitsunfall ist einer zu viel, keine Frage! Doch was ist überhaupt ein Arbeitsunfall? Ein Unfall ist definiert als ein zeitlich begrenztes, von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis, das zu einem Gesundheitsschaden oder zum Tod führt.

Und Arbeitsunfälle sind daher Unfälle, die eine versicherte Person bei einer versicherten Tätigkeit innerhalb oder außerhalb der Arbeitsstätte erleidet. Es ist also unerheblich, ob der Unfall im Betrieb oder im Außendienst, etwa auf Baustellen, bei Montage-Einsätzen oder bei Kunden geschieht.

Deutlich davon zu unterscheiden sind Berufskrankheiten: dies sind Krankheiten, die durch die berufliche (versicherte) Tätigkeit verursacht worden sind und nach dem jeweils geltenden Recht auch formal als Berufskrankheiten anerkannt sind.

Wegeunfall

Zu den Arbeitsunfällen zählen übrigens auch die so genannten Wegeunfälle, also Unfälle, die eine versicherte Person auf dem Weg nach oder vom Ort der Tätigkeit erleidet. Als Arbeitsweg versteht der Gesetzgeber dabei den unmittelbaren Weg, unabhängig ob von der eigenen Wohnung oder etwa einer Unterkunft (Hotel o.ä.). Dabei ist auch eine Wegabweichung zulässig, etwa bei Nutzung einer Fahrgemeinschaft oder zur Unterbringung der Kinder wegen der beruflichen Tätigkeit. Generell gilt, dass der Arbeitgeber nur wenig Einfluss auf die Vermeidung von Wegeunfällen hat.

Ursachen

Bei genauer Betrachtung stellt man fest, dass sich bestimmte Unfallursachen häufig wiederholen: An erster Stelle stehen die so genannten SRS-Unfälle, verursacht durch Stolpern, Rutschen und Stürzen. Solche Unfälle können sich überall ereignen, ob im Büro beim Stolpern über das Netzwerkkabel des Telefons, auf dem Firmenparkplatz beim Verlassen des Autos oder auf der Baustelle beim Sturz auf dem Gerüst. Die Bandbreite der Unfallfolgen ist dabei sehr groß, von der leichten Zerrung, dem komplizierten Trümmerbruch bis hin zu tödlichen Folgen.

Eine weitere häufige Unfallursache ist die Falschbedienung bzw. Fehlbedienung von Maschinen und Werkzeugen. Ein unsachgemäßer Umgang kann verschiedene Verletzungen verursachen, von der Schnittverletzung beim Arbeiten mit dem Cuttermesser bis zu Amputationen an der Kantbank.

Auf Platz 3 der Unfallursachen stehen Fehlbelastungen durch Heben und Tragen. Häufig werden schwere Lasten nicht mit „geradem Rücken“ gehoben, was eine enorme (vermeidbare) Belastung für die Wirbelsäule bedeutet. Abhilfe kann hier beispielsweise die Nutzung von Hilfsmitteln wie Sackkarren etc. schaffen. 

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Missachtung von Sicherheitsvorschriften

Nach Angaben der BAUA (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin) lassen sich etwa 40% aller tödlichen Arbeitsunfälle zumindest anteilig auf unterlassenen, unbefugten oder unsachgemäßen Gebrauch von Arbeitsmitteln zurückführen. Oft geschieht dies vorsätzlich, beispielsweise wenn Schutzeinrichtungen deaktiviert werden, um ein vermeintlich einfacheres oder effizienteres Arbeiten zu ermöglichen. Gleichzeitig kommt es aber auch immer wieder zu Unfällen, weil die Sicherheitsvorschriften nicht oder nur unzureichend bekannt sind. Viele dieser Unfälle könnten sicherlich durch eine regelmäßige Unterweisung der Beschäftigten vermieden werden. 

Mangelnde Erfahrung

Erfahrungsmangel spielt im Unfallgeschehen ebenfalls eine große Rolle. So sind junge Menschen etwa doppelt so häufig in einen Betriebsunfall verwickelt wie die übrigen Erwachsenen. Man darf an dieser Stelle aber nicht nur „jugendlichen Leichtsinn“ unterstellen, denn auch mangelnde Erfahrung im Umgang mit den Arbeitsmitteln und -abläufen sowie der Arbeitsumgebung stellen eine Ursache dar. Das erklärt auch, warum Zeitarbeitnehmer – zumindest statistisch – ein signifikant höheres Unfallrisiko aufweisen.

Routine

Routine kann tödlich sein, heißt es so oft. Insbesondere in der Altersgruppe 50+ steigt das Risiko für einen tödlichen Arbeitsunfall. Oft schleicht sich eine gewisse Nachlässigkeit im täglichen Arbeitsablauf ein, viele Handlungen werden quasi „automatisiert“ ausgeführt, ein routiniertes Arbeiten bedeutet also nicht gleichzeitig auch sicheres Arbeiten. Glücklicherweise führt nicht jedes Fehlverhalten auch zu einem Unglück, aber genau deshalb verlieren ältere Arbeitnehmer häufig das Gefahrenbewusstsein. 

Betriebsunfall

Mangelnde Vorbilder im Hinblick auf sicherheitsgerechtes Arbeiten führen ebenfalls häufig zu Arbeitsunfällen, insbesondere in kleineren Betrieben ist das Sicherheitsbewusstsein oft nicht ausreichend vorhanden. Aus Kostengründen und/oder Bequemlichkeit wird oftmals nicht oder nur kaum seitens der Geschäftsführung in den Arbeitsschutz investiert, dabei hat der Ausfall von Arbeitskraft gerade in Unternehmen mit nur wenigen Beschäftigten oft spürbare Folgen. Der rechtlichen Konsequenzen durch mangelnden Arbeitsschutz ist sich die Geschäftsführung meist gar nicht bewusst. Mit dem Fasi-Finder können sich Arbeitgeber eine Fachkraft für Arbeitssicherheit aussuchen, um Betriebsunfälle zu verhindern.

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